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Kapitalkompass

Broker für ETF-Sparpläne in Österreich: Worauf ich beim Vergleich achte

Die Kriterien, die ich vor jeder Depoteröffnung durchgehe, von Depotgebühren über die ETF-Auswahl bis zum Meldefonds-Status, ohne einen bestimmten Anbieter zu bewerben.

Simon Ender · Gründer von Kapitalkompass2 Min. Lesezeit
Symbolgrafik: Waage zwischen mehreren Depot-Icons

Broker-Vergleiche im Netz enden oft mit einer einzigen Empfehlung ganz oben. Ich finde das schwierig, weil sich Konditionen ändern und weil die beste Wahl stark davon abhängt, wie jemand tatsächlich spart. Deshalb kommt hier keine Rangliste, sondern die Kriterien, die ich selbst durchgehe, bevor ich mir ein Depot überhaupt genauer ansehe.

Depotführungsgebühr

Der erste Blick gilt immer der laufenden Depotgebühr. Viele Online-Broker in Österreich verzichten mittlerweile vollständig darauf, unabhängig vom Depotvolumen. Wenn ein Anbieter noch eine Depotgebühr verlangt, sollte dafür ein klarer Mehrwert erkennbar sein, etwa persönliche Beratung oder ein deutlich breiteres Angebot.

Ausführungsentgelt beim Sparplan

Das ist für Sparplan-Anleger:innen oft der wichtigere Kostenpunkt als die Depotgebühr, weil er sich bei jeder einzelnen monatlichen Ausführung wiederholt. Ich rechne mir das immer als Prozentsatz der Sparrate aus: Bei 1,50 € Ausführungsentgelt und 100 € Sparrate sind das 1,5 % pro Ausführung, bei 50 € Sparrate schon 3 %. Gerade bei kleinen Sparraten lohnt sich der genaue Blick auf diese Zahl.

Auswahl und Meldefonds-Status der ETFs

Mich interessiert weniger, wie viele hundert ETFs ein Broker insgesamt listet, sondern ob die für mich relevanten breiten Welt-ETFs dabei sind und ob sie in Österreich als Meldefonds registriert sind. Nur dann läuft die steuerliche Berechnung automatisch und unkompliziert über die depotführende Bank, mehr dazu im Artikel Steuern auf ETFs in Österreich.

Ausführungsrhythmus

Manche Broker führen Sparpläne nur einmal im Monat aus, andere bieten mehrere Termine oder sogar wöchentliche Ausführung an. Für eine reine Buy-and-Hold-Strategie über Jahrzehnte ist das für mich zweitrangig, für alle, die zusätzlich flexibel nachkaufen wollen, kann es den Ausschlag geben.

Kontoeröffnung und Alltagstauglichkeit

Eine vollständig digitale Kontoeröffnung mit Video-Ident, ohne Papierkram oder Filialbesuch, ist für mich mittlerweile Standard, keine Besonderheit mehr. Genauso wichtig ist mir, wie sich die App oder Web-Oberfläche im Alltag anfühlt, dazu habe ich im Artikel Worauf ich bei einer Depot-App wirklich achte mehr geschrieben.

Einlagensicherung

In Österreich sind Einlagen bei Banken innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gesetzlich bis zu 100.000 € pro Person und Bank abgesichert. Bei reinen Wertpapierbrokern ohne eigene Bankkonzession lohnt sich ein genauerer Blick darauf, wie und über wen diese Sicherung tatsächlich funktioniert.

Wie ich das Ganze gewichte

Für mich persönlich zählen Depotgebühr, Ausführungsentgelt und Meldefonds-Status am meisten, weil sie über Jahre den größten Effekt auf die Rendite haben. App-Komfort und Zusatzfunktionen sind für mich das Zünglein an der Waage zwischen zwei sonst ähnlich guten Angeboten, nicht das Hauptkriterium. Wer gerade selbst vergleicht, dem würde ich raten, genau diese Reihenfolge zu übernehmen: erst die Kosten und die steuerliche Basis, dann die Bequemlichkeit.

Einen konkreten Depotübertrag, falls du bereits Wertpapiere bei einem anderen Broker hast, beschreibe ich im Artikel Depotübertrag in Österreich.