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Kapitalkompass
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MSCI World vs. FTSE All-World: Unterschiede im Detail

Wie sich die Indizes MSCI World und FTSE All-World in Länderabdeckung, Anzahl der Positionen und Schwellenländer-Anteil unterscheiden und was das für die eigene Diversifikation bedeutet.

Simon Ender · Gründer von Kapitalkompass2 Min. Lesezeit
Symbolgrafik: Weltkarte mit zwei unterschiedlich hervorgehobenen Regionen

Warum dieser Vergleich häufig gefragt wird

MSCI World und FTSE All-World gehören zu den am häufigsten in ETF-Sparplänen verwendeten globalen Aktienindizes. Beide verfolgen das Ziel, ein breit diversifiziertes globales Aktienportfolio abzubilden, unterscheiden sich aber in einigen für die Diversifikation relevanten Punkten.

Länderabdeckung im Vergleich

Der wichtigste strukturelle Unterschied betrifft die Abdeckung von Schwellenländern:

Merkmal MSCI World FTSE All-World
Abgedeckte Märkte Nur Industrieländer (Developed Markets) Industrie- und Schwellenländer
Ungefähre Anzahl Positionen rund 1.400–1.500 Unternehmen rund 3.500–4.000 Unternehmen
Schwellenländer-Anteil Kein direkter Anteil (0 %) Meist im Bereich von rund 10 %
Abdeckung der globalen Marktkapitalisierung Fokus auf große und mittelgroße Industrieländer-Unternehmen Breiter, inklusive kleinerer und Schwellenländer-Titel

Diese Kennzahlen können sich im Zeitverlauf verschieben, weil sich Indexzusammensetzungen regelmäßig anpassen. Die grundsätzliche strukturelle Differenz bei der Länderabdeckung bleibt trotzdem bestehen.

Regionale Gewichtung

Beide Indizes sind marktkapitalisierungsgewichtet: Größere Unternehmen und größere Märkte erhalten ein entsprechend höheres Gewicht. In der Praxis führt das bei beiden zu einem sehr hohen Anteil US-amerikanischer Unternehmen, historisch häufig deutlich über 60 % des Gesamtindex. Wer eine geringere USA-Konzentration wünscht, müsste gezielt zusätzliche, anders gewichtete Bausteine beimischen. Keiner der beiden Indizes allein löst dieses Anliegen.

Praktische Auswirkung auf die Diversifikation

Der FTSE All-World bietet durch die zusätzliche Einbeziehung von Schwellenländern eine breitere globale Abdeckung. Der Unterschied in der historischen Wertentwicklung zwischen beiden Indizes war aufgrund des vergleichsweise geringen Schwellenländer-Anteils im FTSE All-World in der Vergangenheit meist eher gering. Das kann sich je nach Marktphase aber unterschiedlich auswirken, denn Schwellenländer weisen tendenziell höhere Schwankungen auf als Industrieländer.

Kosten und Verfügbarkeit

Beide Indizes werden von verschiedenen ETF-Anbietern als physisch replizierende Fonds nachgebildet, mit laufenden Kostenquoten, die häufig zwischen 0,10 % und 0,25 % pro Jahr liegen. Die konkrete TER, das Fondsvolumen und der Meldefonds-Status in Österreich sollten vor dem Kauf im aktuellen Factsheet des jeweiligen Fondsanbieters geprüft werden. Die passenden Kriterien dafür stehen im Artikel ETF-Sparplan starten in Österreich.

Welcher Index passt zu wem?

Eine pauschale richtige Antwort gibt es nicht, beide Indizes verfolgen einen passiven, breit gestreuten Ansatz und unterscheiden sich vor allem im Detail. Wer eine möglichst breite globale Abdeckung inklusive Schwellenländern in einem einzigen ETF wünscht, findet das eher beim FTSE All-World. Wer sich bewusst auf Industrieländer konzentrieren und Schwellenländer separat und gezielt dosieren möchte, ist mit dem MSCI World näher an dieser Struktur.

Ist ein Index sicherer als der andere?

Keiner der beiden Indizes ist grundsätzlich sicherer, beide sind breit diversifizierte Aktienindizes und unterliegen dem allgemeinen Marktrisiko von Aktien. Die zusätzliche Schwellenländer-Komponente im FTSE All-World bringt in diesem Teilsegment tendenziell etwas höhere Schwankungen mit sich.

Kann man beide Indizes gleichzeitig besparen? Technisch ja, in der Praxis aber meist unnötig, weil sich beide Indizes stark überschneiden und weitgehend dieselben großen Industrieländer-Unternehmen enthalten. Eine Doppelbesparung erhöht vor allem die Komplexität, ohne einen wesentlichen zusätzlichen Diversifikationsgewinn zu bringen.