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Was ein Börsencrash für Sparplan-Anleger:innen wirklich bedeutet

Wie ich über Kurseinbrüche denke, wenn ich gerade in der Ansparphase bin, und warum ein Crash für Sparplan-Anleger:innen anders zu bewerten ist als für alle, die bald Geld brauchen.

Simon Ender · Gründer von Kapitalkompass2 Min. Lesezeit
Symbolgrafik: stark fallende und sich erholende Kurve

Sobald an der Börse etwas wackelt, sind Crash-Schlagzeilen nicht weit. Für mich war lange nicht klar, wie ich das als jemand einordnen soll, der monatlich einen fixen Betrag in einen ETF-Sparplan steckt. Mittlerweile habe ich für mich eine Sichtweise gefunden, die ich hier teilen will, keine Prognose, nur meine persönliche Einordnung.

Der Unterschied zwischen Buchverlust und realisiertem Verlust

Ein Kursrückgang bedeutet für mich zunächst nur, dass mein Depot auf dem Papier weniger wert ist. Zu einem tatsächlichen, realisierten Verlust wird das erst, wenn ich in dieser Phase verkaufe. Solange ich investiert bleibe, ist ein Buchverlust für mich eine Momentaufnahme, keine endgültige Tatsache. Wie Risiko und Verlust grundsätzlich zusammenhängen, habe ich ausführlicher im Artikel Risiko und Rendite aufgeschrieben.

Warum ein Crash für Sparplan-Anleger:innen sogar zwei Seiten hat

So unangenehm es sich anfühlt: Während meiner Ansparphase kaufe ich in einem Crash automatisch mehr Anteile für denselben Betrag, weil die Kurse niedriger sind. Der Cost-Average-Effekt, den ich im Artikel ETF-Sparplan starten in Österreich beschrieben habe, wirkt in solchen Phasen besonders deutlich. Das macht den Kursrückgang nicht angenehm, aber es verändert für mich die Perspektive.

Wo die Sache für mich aufhört, entspannt zu sein

Anders sähe die Lage aus, wenn ich das Geld kurzfristig brauchen würde, zum Beispiel weil ich es als Notgroschen eingeplant hatte oder weil eine größere Anschaffung ansteht. Genau deshalb halte ich Geld, das ich in den nächsten Jahren brauche, grundsätzlich nicht in einem Aktien-ETF, siehe dazu Notgroschen berechnen. Ein Crash trifft nur die Leute wirklich hart, die in dieser Phase verkaufen müssen, nicht die, die einfach weitersparen können.

Wie ich selbst mit der Nervosität umgehe

Ganz ehrlich, komplett kalt lässt mich das auch nicht. Was mir hilft, ist mein Depot in solchen Phasen bewusst seltener anzuschauen und stattdessen an meinem ursprünglichen Plan festzuhalten, warum ich überhaupt angefangen habe zu sparen. Meine Haltung dazu, den Sparplan trotzdem laufen zu lassen, habe ich im Artikel Sparplan pausieren oder durchziehen genauer aufgeschrieben.

Mein Fazit

Ein Crash ist für mich kein Grund zur Panik, solange mein Anlagehorizont lang genug ist und ich das Geld nicht kurzfristig brauche. Das ist meine persönliche Sicht darauf, keine Garantie, dass sich jeder Markt wieder erholt, und keine Aufforderung, Risiken auszublenden.